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ÖH Uni Wien zum Frauen*kampftag: Gegen das Patriachat - 365 Tage im Jahr!

 Gegen das Patriachat - 365 Tage im Jahr!

Neuausrichtung des Publizistikstudiums ist Angriff auf feministische Errungenschaften

 

Wie in jedem Jahr schließen sich am 8. März weltweit Frauen* zusammen, und für ihre Forderungen nach Chancengleichheit sowie gegen patriarchale Strukturen und Sexismus einzutreten. Dass feministische Errungenschaften keinesfall in Stein gemeißelt sind, wird derzeit in Form von Angriffen aus verschiedensten gesellschaftlichen Lagern sichtbar. Ein antifeministischer Backlash zeigt sich momentan auch an der Universität Wien, konkret in der Neukonzeption der Bachelor-/Master-Studienpläne der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Mit dem Argument notwendiger Einsparungen wird die feministische Lehre in Form des Forschungsstrangs FEM (feministische Medien- und Kommunikationsforschung), ein erkämpftes Relikt der 1980er Jahre, aus dem Studium verdrängt. In Bezug auf das jahrelange Fehlen einer Professur in Gender Studies wurde diese Entwicklung von unserer Seite zuletzt bereits beanstandet. "Kritische, feministische Lehre sollte an der Universität einen festen und unanfechtbaren Kanon der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bilden, denn sie untersucht, wie Geschlechterverhältnisse und geschlechterspezifische Normen hergestellt werden. Bei den derzeitigen Umstrukturierungen handelt es sich um einen gefährlichen antifeministischen Angriff", kritisiert Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Die notwendige Arbeit in den Gremien als auch die jüngsten Entwicklungen an der Uni Wien machen wieder einmal deutlich, dass gesellschaftliche Missstände auch vor der Universität keinen Halt machen. "Derzeit sitzen drei Frauen* im Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. Damit zeigen wir nicht nur eine feministische Alternative auf. Durch unsere Arbeit in verschiedenen Gremien der Uni Wien tragen wir dazu bei, diese in Bezug auf ihre Parität auszugleichen und Frauen* ein Mitspracherecht an universitären Entscheidungsprozessen zu garantieren", attestiert Alina Bachmayr-Heyda (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Der antifeministische Backlash ist als autoritäre Antwort auf die aktuelle Krise des Kapitalismus zu werten. Er stellt einen Versuch dar, Frauen* aus dem Arbeitsleben zu drängen und versucht, urpatriarchale Verhältnisse herzustellen. "Wenn wir Feminismus als Gesellschaftskritik verstanden haben wollen, muss die Ausbeutung von Frauen* durch bezahlte Produktions- und unbezahlte Reproduktionsarbeit im Fokus unserer Kritik stehen!", so Elisabeth Weissensteiner (KSV-Lili). 
Wir sehen uns auf der Straße!

Wir laden alle Flit*-Personen herzlich zur Demonstration "Take back the Streets" ein. 
17 Uhr, Urban-Loritz-Platz.