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Konferenz: Ich will so bleiben wie ich bin - Du darfst!

Zum Verhältnis von Normalisierung und Queerer Kritik

Im Rahmen der Reihe "Queere Interventionen"

wann? 29. Mai 2009, 13.00 - 20.00
wo? TFM Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien. Hofburg, Batthyanystiege. Schreyvogelsaal


Wir wollen in der Konferenz darüber nachdenken, wie gegenwärtig Produktionsweisen von Normalität organisiert sind, wie Differenzen hergestellt werden, wie Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität als Norm fungieren und wie diese mit anderen Diskriminierungsachsen verschaltet sind. Vor allem aber wollen wir der Frage nach dem Verhältnis von Normalisierung und Kritik nachgehen.


Konzept und Organisation: Andrea B. Braidt, Gundula Ludwig, Sushila Mesquita. Im Rahmen von queere interventionen. Gespräche zwischen Kulturwissenschaft und Kunst.

Programm:

13.00 Begrüssung/Einleitung

13.30 - 15.00 Vortrag Paula-Irene Villa (LM Universität München),
Response und Moderation: Gundula Ludwig

15.30 - 17.00 Antke Engel (Institut für Queer Theory, Hamburg),
Response und Moderation: Andrea B. Braidt

17.30 - 19.00 Vortrag Elisabeth Holzleithner (Universität Wien),
Response und Moderation: Sushila Mesquita

19.30 - 20.00 Schlussdiskussion

ab 21.30 quote-spezial unter dem Motto: "Komm so normal wie du kannst", brut/künstlerhaus



Queere Interventionen - Gespräche zu Kulturwissenschaft und Kunst

Die Veranstaltungsreihe greift die interdisziplinäre Bedeutung eines der kulturwissenschaftlichen Schlüsselkonzepte seit den 1990er Jahren auf und präsentiert seine enorme Produktivität in wissenschaftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung. Der aktionistische Begriff „queer“, ehemals als Schimpfwort für Lesben, Schwule und Transgender-Personen gebraucht, wurde von Judith Butler als Paradebeispiel für performative Identitätskonstituierung beschrieben und in der Folge als demokratisches, Politiken-übergreifendes und sowohl wissenschafts- als auch kunstsparten-transgredierendes Label eingesetzt. Seit Ende der 1990er Jahre florieren Queer Studies, Queer Film- und Music-Festivals gleichermaßen. Die Bemühungen, queere Interventionen in den (Kultur-)Wissenschaften zu reflektieren, fanden an der Universität Wien bislang in Lehrveranstaltungen an verschiedenen Instituten, vor allem der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät, statt. Die Konferenz Queer Reading in den Philologien, die Anfang November 2006 an der Universität Wien stattfand (http://www.univie.ac.at/queer-studies/), stellte eine erste Bündelung dieser Beschäftigungen dar; unsere Reihe soll als nachhaltige Folgeveranstaltung diese Auseinandersetzungen weiterführen.

Im Zentrum des Programms, das aus ein bis zwei Veranstaltungen pro Semester besteht, steht die Koppelung der theoretischen Reflexion von Queer Theory mit verschiedenen Kunstpraxen. WissenschafterInnen treten in einen Dialog mit KünstlerInnen und diskutieren die Bedeutung Queerer Theorie für das eigene Arbeiten. Wichtig ist uns daher auch die Kooperation mit Prof. Hans Scheirl (Akademie der Bildenden Künste, Wien) sowie der Österreichischen Hochschülerlnnenschaft der Uni Wien und deren VertreterInnen für Homo/Bi/Trans-Angelegenheiten. Kontextualisiert wird die Vortragsreihe mit Kooperationen der Universität mit anderen Institutionen und Veranstaltungen (z.B. dem Filmfestival identities. Queer Film Festival) bzw. Lehrveranstaltungen an verschiedenen Instituten zum Thema. Damit wird einerseits eine optimale Anschlussmöglichkeit für Studierende an die Vortragsreihe geschaffen und andererseits die Anbindung universitärer Auseinandersetzung an außeruniversitäre Veranstaltungen möglich.

Die Wahl verschiedener Veranstaltungsorte auch außerhalb der Universität wird dem Anspruch der Begegnung von Kunst und Wissenschaft gerecht und unterstützt darüber hinaus den Austausch in einem dynamischen und heterogenen Feld der Positionen innerhalb der noch jungen Theorie sowie der involvierten Personen unterschiedlicher Backgrounds, Zugänge und politischer Forderungen.

Das Ziel der Reihe gilt der Intensivierung des wissenschaftlichen und künstlerischen Diskurses zur Queer Theory in Österreich und versteht sich darüber hinaus als Impuls zur kritischen Reflexioin der Voraussetzungen, Bedingungen und Beteiligungsmöglichkeiten an Theoriebildung innerhalb und außerhalb der academia.

Konzipiert und organisiert von:

Dr.in Andrea B. Braidt (Institut f. Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Dr.in Astrid Fellner (Institut f. Anglistik)
Dr.in Susanne Hochreiter (Institut f. Germanistik)



Bereits stattgefundene Veranstaltungen der Reihe:



Lust am Verrat !

STELLUNGSWECHSEL IN FEMINISMUS, FILM UND PERFORMANCE.
(Vorträge/Symposium/Konzert/Performance/Film/Video)

11. - 13.1. 2008
brut, Koproduktionshaus Wien, Karlsplatz 5, 1010 Wien

In Zusammenarbeit mit Dr. Andrea Braidt und der Veranstaltungsreihe Queere Interventionen. Gespräche zu Kulturwissenschaft und Kunst, sowie der Zeitschrift fiber - werkstoff für feminismus und popkultur wurde ein programmatisch dichtes Themenwochenende mit Lectures, Konzerten, Installationen, Performances und Filmbeiträgen konzipiert. Der Themenschwerpunkt wird mit einer FMqueer Party den gebührenden Abschluss finden.

Mit Beiträgen von Milli Bitterli, Bonanza Jellybean, Marijs Boulogne, Annette Brauerhoch, Bruce LaBruce, Tara Casey/Stefanie Seibold, Maya Degirmendzic/Julius Deutschbauer, Sonja Eismann/Christiane Erharter, fiber - werkstoff für feminismus und popkultur, Marty Huber, Dr. Lore Logorrhöe, Petra und der Wolf, Frans Poelstra/Robert Steijn, Rhythm King and Her Friends, Johanna Schaffer, Hito Steyerl, Schwestern Brüll, Katja Wiederspahn, Volker Woltersdorff u.a.

Genaue Programmübersicht auf der Homepage von brut

Einheitspreis: 5,-/Tag



Vortrag und Präsentation

(Re)Mapping the "New World": Queer Imagery and the American Dream in Literature, Painting, Film, and Sports

Vortrag von Stefan Brandt, Universität Siegen

DONNERSTAG, 13. 12. 2007, 19 Uhr
Im Unterrichtsraum, Inst. für Anglistik/Amerikanistik
Universitätscampus AAKH, Hof 8

»America,« Alexis de Tocqueville wrote in 1835, »is the one country where the most consistent care has been taken to trace clearly distant spheres of action for the two sexes where both are required to walk at an equal pace but along paths that are never the same.« If Tocqueville is correct with his observation regarding the ›separate spheres‹ in American society, how can it be explained that the dominant cultural imagery is so obsessed with ambisexual and transgendered images?

Gesamtes Abstract downloaden

Anschließend
Präsentation von
In a different Light: An Anthology of Students' Projects on Queer Theory


Organisiert von Dr.in Astrid Fellner (Institut für Anglistik / Amerikanistik, Uni Wien)



Antke Engel

REPRODUKTION UND REPRÄSENTATION. ELTERNSCHAFT UND KINDERGLÜCK JENSEITS VON HETERONORM, PAARBEZIEHUNG UND GESCHLECHTERBINARITÄT?

Workshop (im Rahmen der HomoBiTrans-Aktionswoche)

DIENSTAG, 19. JUNI 2007, 16:00-18:00 UHR
Projektraum WUK, Währingerstraße 59, 1090 Wien

Es wird nicht einfach um Regenbogenfamilien oder lesbische und schwule Adoptions- und Reproduktionsrechte gehen – obwohl ein solcher Fokus zweifellos bereits einige Anfechtungen vorherrschender Familienbilder bereitstellen würde. Was es heißt, über die normativ heterosexuellen Voranahmen hinaus auch die "nicht-mehr-als-zwei"-Regel der Elternschaft in Frage zu stellen, oder die Behauptung, nur Frauen könnten schwanger werden? In diesem Workshop soll anhand konkreter Beispiele über queere Elternschaft sowie die Potentiale filmischer Repräsentationen hinsichtlich eines queering gewohnter Familienbilder nachgedacht werden.



Paula Higgins (Käthe-Leichter-Professorin für Frauenforschung und Gender Studies)

STEMMING THE ROSE, QUEERING THE SONG: BROKEBACK MOUNTAIN, OLD HOLLYWOOD AND THE RADICAL POLITICS OF RUFUS WAINWRIGHT

Vortrag

MONTAG, 18 JUNI 2007, 18.00 UHR
INSTITUT FÜR MUSIKWISSENSCHAFT, HÖRSAAL 1

Castigated by the Christian right, and slighted for Best Picture by the Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Ang Lee’s Brokeback Mountain also drew sharp rebuke from some gay critics for depoliticizing its subject matter: failing to cast gay actors in the leading roles, targeting a heterosexual audience, neglecting to highlight its homosexual theme and/or concealing it as a “universal love story” in promotional materials and press kits.  Whatever the marketing and casting decisions ineluctably driven by sexual politics in both Washington and Hollywood, Brokeback nevertheless made American film history as a “landmark film” with the “potential to change the national conversation and to challenge people's ideas about the value and validity of same-sex relationships."  The film garnered countless industry accolades and elicited emotional reactions of unforeseen seismic proportions from viewers around the globe.

The role of the soundtrack in effecting these life-changing and socially transformative responses has yet to be interrogated. I offer a critical reading/hearing of “The Makes Makes” triggered by multiple acoustic palimpsests which combine to out this notionally “apolitical” elegy as a radically subversive text.  Situated in the privileged position of final utterance, the song functions as a multi-vocal political speech act: an anthem, a prayer, a critique of the social pathology of the closet, and a clarion call to end the American embarrassment of government-sanctioned homophobia. In conclusion, “The Maker Makes” emerges retrospectively as the ideological prequel and acoustic palimpsest for more spectacular queer utterances enacted on Wainwright’s most recent album, __Release the Stars__ (2007).



Ann Pellegrini (New York University)

QUEER HELL: RELIGION, SEXUALITY, AND THE POLITICS OF HATE IN THE CONTEMPORARY U.S.

Vortrag in englischer Sprache

8. Mai 2007, 19 UHR
DEPOT. KUNST UND DISKUSSION, BREITE GASSE 3, 1070 WIEN

Every October, hundreds of evangelical churches across the United States mount Hell Houses, Christian riffs on the haunted houses that dot the landscape of U.S. secular culture each Halloween season.  Where haunted houses scare you for fun, Hell Houses scare you to Jesus.  In a typical Hell House, actors playing demon tour guides take the audience though a series of bloody staged tableaux depicting sinners whose bad choices--homosexuality, abortion, suicide, and, above all, rejection of Christ's saving grace-lead them straight to hell.  This presentation discusses Hell Houses's use of, and belief in, theatre as a medium of evangelization and their particular anxiety around issues of sexuality. Their depictions of homosexuality as damnable act and identity have come under attack by gay and lesbian activist groups, but have also, surprisingly, been criticized by some mainline Christian organizations.  I focus my analysis on the Hell House staged by the New Destiny Christian Center in the Denver suburb of Thornton, Colorado, in October 2006.  I also discuss the 2001 documentary Hell House (dir. George Ratliff).  Ultimately, I suggest that there may be something a little bit "queer" in Hell House's insistence on the "contagion" of sexual depictions.  My examination as a whole is in service of a larger set of questions about religion, sexuality, the limits of "tolerance," and the politics of hate in the United States today.

Ann Pellegrini is Associate Professor of Performance Studies and Religious Studies at New York University.  She is the author of Performance Anxieties: Staging Psychoanalysis, Staging Race (1997), co-author of Love the Sin: Sexual Regulation and the Limits of Religious Tolerance (2003), co-editor of Queer Theory and the Jewish Question (2003), and co-editor of the forthcoming anthology Secularisms.  She also co-edits a queer studies book series, Sexual Cultures, at New York University Press.  In 2007, she is the Freud-Fulbright Visiting Scholar of Psychoanalysis at the Sigmund Freud Privatstiftung and the University of Vienna.



Auftaktveranstaltung der Reihe "Queere Interventionen"

Judith Halberstam (University of Southern California, LA)

THE ANTI-SOCIAL TURN IN QUEER THEORY

DIENSTAG; 20. März 2007, 18:30 UHR
Schreyvogelsaal des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Hofburg, Batthyanystiege

Auftakt der Reihe ist ein Vortrag von Prof. Dr. Judith Halberstam (University of Southern California). Wir freuen uns sehr, damit eine der profiliertesten WissenschafterInnen im Bereich der Queer Studies erstmals in Wien begrüßen zu können. Ihr (englischer) Vortrag mit dem Titel „The Anti-Social Turn in Queer Theory“ wird gegenwärtige Entwicklungen der queer theory nachzeichnen und die Bezugnahme der Debatten um utopisches, anti-utopische und anti-anti-utopisches Denken auf Sexualität erörtern. Die Themen des Vortrags reichen von Negativität, agency, alternative Imaginative zu queerer Kulturproduktion. Judith Halberstam wird den state-of-the-art und die Zukunft des Feldes der queer theory zu bestimmen versuchen. (Vortrag am 20.3.2007, 18.30, Institut für TFM, Hofburg, Batthyanystiege; nähere Informationen bei Andrea B. Braidt, 01-4277 48426, andrea.braidt(at)univie.ac.at)

Zudem wird Judith Halberstam an der Akademie für bildende Künste einen Workshop unter dem Titel „Queer Abstractions“ abhalten. Der Workshop wird auf Themen wie Sexualität, Verkörperung und Queere Kunstpraxen foskussieren und Abstraktion als queeren Repräsentationsmodus zu fassen suchen. (Workshop am 21.3.2007, 11.00 – 14.00, Akademie der bildenden Künste, nähere Informationen bei: Katrina Daschner k.daschner@akbild.ac.at; keine Anmeldung erforderlich)

Judith Halberstam (Jahrgang 1961) ist Professorin für Englisch und Direktorin des Center for Feminist Research an der University of Southern California. Zuvor war sie Associate Professor am Department of Literature an der University of California at San Diego (UCSD). Ihre Buchpublikationen: Skin Shows: Gothic Horror and the Technology of Monsters (1995); Female Masculinity (1998); The Drag King Book (1999); In a Queer Time and Place: Transgender Bodies, Subcultural Lives (New York University Press, 2005)