Offener Brief an Rektor Engl bezüglich der Weihnachtsfeier 2011
Danke vielmals für die Einladung zum heutigen Winterfest, wir haben uns sehr gefreut.
Als ÖH Uni Wien lehnen wir es allerdings ab, uns an einer Veranstaltung zu beteiligen, in der ein Jahr und ein Zustand gefeiert werden, denen nichts Positives abzugewinnen ist.
In einem Jahr der bundesweiten Familienbeihilfenkürzung, Heimbeihilfenkürzung und der neu entfachten Forderungen nach Studiengebühren, Darlehensmodellen und Akademiker_innensteuern ist die Existenzsituation für Studierende düster.
Die Uni Wien hat bis jetzt keine Schritte gesetzt, den Forderungen und Bedürfnissen von Studierenden im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu entsprechen. Stattdessen werden von Seiten des Rektorats und anderen Gremien dritte Prüfungsantritte verwehrt, wird geplant, ganze Studienrichtungen zu kürzen und wird das Abschlussprozedere für Diplomstudierende auf allen Ebenen erschwert.
Wenn Studieren bedeutet, mehr Zeit mit Existenz- und Bürokratiefragen als mit Lernen zu verbringen, ist der Punkt erreicht, an dem die Absurdität an den Hochschulen nicht mehr zu übertreffen ist.
Eine konstruktive Zusammenarbeit sieht anders aus. Wir empfinden es als besonders frustrierend, dass trotz jahrelanger ÖH-Arbeit undemokratische Strukturen weiter ausgebaut werden, statt Verbesserungen für Studierende, Lehrende und Forschende zu erwirken.
Wir verzichten daher auf das Weinglas und eine schillernde Atmosphäre während vor den Türen des Festsaals beispielsweise IE-Studierende um den Erhalt ihres Studiums kämpfen.
Mit freundlichen Grüßen,
die ÖH Uni Wien
Als kleiner Beitrag zur besinnlichen Feier (frei nach Erich Kästner):
„Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Studis werden sich erheben,
nur dass ihr das mitbedenkt.
Einmal kommt auch unsre Zeit.
Macht euch für Protest bereit.“
HochschülerInnenschaft
an der Uni Wien
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