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Gender Report

Das Geschlechterverhältnis der Studierendenvertreter_innen an der Universität Wien

 

Rufen wir uns ein paar bekannte Tatsachen ins Gedächtnis 

An österreichischen Universitäten studieren mit einem Anteil von rund 54% mehr Frauen als Männer, an der Universität Wien liegt der Frauenanteil der Studierenden gar bei knapp 62%. 

Rufen wir uns eine weitere, leider ebenso bekannte Tatsache ins Gedächtnis

An österreichischen Universitäten lehren durchschnittlich mehr Männer als Frauen, der Anteil an Professorinnen liegt an der Universität Wien beispielsweise bei nur 26%. 

Auch für Universitäten gilt also

Je weiter nach oben auf die Karriereleiter geblickt wird, umso weniger Frauen sind dort zu sehen. Die Universität stellt eine Institution dar, die sich laufend weiterentwickelt und in der neben Forschung und Lehre auch Entscheidungen über interne Belange getroffen werden müssen. Dies geschieht – wenn auch nurmehr in rudimentärer Form – unter Beteiligung aller Angehörigen der Universität. Diese sind in drei Gruppen, sogenannte Kurien, aufgeteilt: die Professor_innenkurie, die Mittelbaukurie und die Studierendenkurie. Die Kurie der Professor_innen umfasst alle Lehrpersonen mit einem ordentlichen Lehrstuhl an einer Universität. Die Mittelbaukurie umfasst das gesamte wissenschaftliche Personal ohne ordentlichen Lehrstuhl. 

Und die Studierendenkurie...? 

Diese umfasst zwar alle Studierenden, allerdings werden entsprechend der Bestimmungen des Universitätsgesetzes (UG) und des Hochschüler_innenschaftsgesetzes (HSG) Vertreter_innen gewählt, die diese Kurie vertreten. Während also prinzipiell jede Lehrperson an der Universität für ihre Kurie direkt in ein Gremium oder Kollegialorgan entsandt werden könnte, gibt es für die studentische Kurie gewissermaßen eine Brechung: Eine eigens eingerichtete Vertretungsinstanz, die nochmals eigenen Regelungen bezüglich der Zusammensetzung und/oder Wahl ihrer Beteiligter unterliegt: Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH). 

Bleiben wir auf der Ebene der universitären Mitbestimmung: Die eingangs aufgezeigte ungleiche Geschlechterverteilung des Lehrpersonals ist wohl Mitgrund für einige gesetzlich verankerte Regelungen, die auch in den universitären Organen das gleichberechtigte Mitspracherecht von Frauen sicherstellen sollen: So müssen seit 2015 alle universitären Gremien und Kollegialorgane einen Frauenanteil von mindestens 50% aufweisen; für die Senatswahl gibt es sogar eine vorgeschriebene Quote für Wahlvorschläge, also jenen „Listen“, die für die Wahl zum Senat kandidieren. Die Beteiligung von Frauen in den Kollegialorganen wird darüber hinaus regelmäßig evaluiert, um auf eventuelle Missstände in der Geschlechterverteilung einwirken zu können.

All diese Bestimmungen und Überlegungen gibt es für die Vertretung der Studierenden, die ÖH, nicht. Vielleicht liegt es daran, dass der Frauenanteil der Studierenden „ja eh so hoch ist“, vielleicht hat bis jetzt einfach niemand daran gedacht, aber für die Geschlechterverteilung der Studienvertreter_innen existieren weder Zählungen noch irgendeine Form von einheitlicher Bestimmung, die versucht, das Geschlechterverhältnis zu reflektieren und gegebenenfalls darauf einzuwirken. 

An diesem Punkt setzt dieser Report an

Und in diesem Sinne sind auch die grundlegendsten Fragen am Beginn dieses Gender Reports der Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien: Wie ist denn überhaupt das Geschlechterverhältnis der Studienvertreter_innen? In welchem Verhältnis steht dieses zum Geschlechterverhältnis aller Studierenden? Wenn durchschnittlich mehr Frauen als Männer studieren, wird die Vertretungsarbeit auch von mehr Frauen gemacht? Auf welche Art und Weise kommen die Studienvertretungen überhaupt zustande und an welchen Stellen könnte wie interveniert werden? 

Es sind dies die Fragen, die den vorliegenden Report motiviert haben. Doch es sind gleichermaßen Fragen, die vor dem Hintergrund einer maßgeblichen Ambition verstanden werden müssen: Eine gesellschaftliche Situation, in der die Partizipation in sämtlichen Institutionen und der Zugang zu Ressourcen und die Verteilung von „Möglichkeiten“ tatsächlich unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit ist. 

 

...coming soon:

Geschlechterverhältnis: universitätsvertretung 

GESCHLECHTERVERhältnis: Fakultäts- und ZentrumsVERTRETUNG 

GESCHLECHTERVERhältnis: Studienvertretungen