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ie Widerstand

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Vernetzungstreffen, um weitere Aktionen auf der Uni Wien zu planen:
Di, 8.April 2008, ÖH Uni Wien

„Wir lassen die IE („Internationale Entwicklung“) nicht hängen!“

Unter diesem Motto versammelten sich am Dienstag, dem 11. März, 2008, Studierende der „Internationalen Entwicklung“ um gemeinsam ihre Forderungen dem Rektorat zu übergeben. Selbst der Regen und die kurzfristige Ankündigung der Aktion konnten die Studierenden nicht davon abhalten, zahlreich und motiviert am Campus einzutreffen. Bunt und lautstark startete die ca. 350-köpfige Menge in Richtung Hauptuni und legte für kurze Zeit den Verkehr lahm. Mit einer durch Solidarisierende vergrößerten Menge angekommen, schien die Universität in StudentInnenhand zu sein. In der Hoffnung, den nicht abreißenden Lärm zu beenden, übernahm Vizerektor Jurenitsch die Forderungen, welche symbolisch an einen Karabinerhaken angebracht waren, um das Rektorat daran zu erinnern, dass „KollegInnen“ sich gegenseitig nicht hängen lassen.

„Internationale Entwicklung“ (IE) gilt immer noch nur als innovatives Projekt, obwohl die Studienrichtung im Feld der transdisziplinären Entwicklungsforschung einzigartig im deutschsprachigen Raum ist. Das steigende Interesse an der Thematik, die im Studium vermittelt wird, zeigt sich deutlich an der exponentiellen Zunahme der Studierenden.  Innerhalb der letzten sechs Jahre entwickelte es sich von einem Nischenstudium mit ca. 50 Studierenden zu einem regelrechten Massenstudium mit mehr als 2000 Inskribierten und rund 250 MitbelegerInnen.

Im Zuge der Bologna-Reform, des Universitätsgesetzes 2002, sowie zunehmender Ökonomisierung der Bildung, kam es zu einer drastischen Veränderung der gesamten universitären Landschaft in Österreich. Speziell beim IDS „Internationalen Entwicklung“ spitzt sich die bereits problematische Lage weiter zu. Die Lehre erfolgt unter prekären, unterbezahlten und unsicheren Voraussetzungen. Es gibt keine einzige Vollprofessur, was zur Folge hat, dass das Studium von externen LektorInnen, die auf Basis von Sechs-Monatsverträge angestellt sind, getragen wird. Seitens des Rektorats wurden diesbezüglich bis jetzt nur unzureichende Maßnahmen gesetzt, die an der prinzipiellen Problematik nichts änderten. Allein die Selbstausbeutung und der Idealismus der Lehrenden, sowie das verstärkte Engagement der Studierenden halten den Lehrbetrieb aufrecht. Diese Situation ist keine neue, doch die Grenze des Zumutbaren  ist nun endgültig überschritten. So  kann es nicht weitergehen.

Begonnen hat die Aktionsreihe mit einer Unterschriftenaktion im November 2007, bei der  über 1300 Studierende unmissverständlich  eine Verbesserung der Qualität der Lehre gefordert haben. Mit diesem Rückhalt der Studierenden wurde ein Forderungskatalog mit fünf konkreten Punkten verfasst. Dieser wurde sowohl an das Rektorat als auch an den Senat übermittelt und daraufhin Verhandlungen mit dem Rektorat aufgenommen. Nach anfänglichen relativ erfolglosen Gesprächen mit den verantwortlichen VizerektorInnen Schnabl und Mettinger, wurde nach zähem Ringen auf manche Forderungen teilweise eingegangen und partielle Zugeständnisse gemacht. Auf die Hauptforderung – Fixverträge für Lehrende – gab es bisher jedoch nur leere Versprechen und keine fixen Zusagen. Diesbezüglich fordern wir konkrete Verbesserungsvorschläge von Seiten des Rektorats.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, entstand im Zuge einer HörerInnenversammlung die Aktionsplattform „Zukunft-IE“, um abseits von institutionellen Strukturen konkrete Veränderungen herbeizuführen und durchzusetzen. Durch Druck von unten soll der bereits vorhandene Dialog mit dem Rektorat von der Basis der Studierenden unterstützt und ausgeweitet werden.

Der außerordentliche Erfolg der Aktion und die Berichterstattung in diversen Medien (u.a.: Der Standard, Die Presse) bewies ein weiteres Mal  dass die Verbesserung der Lehrsituation ein Anliegen der Studierenden ist und sie bereit sind, dafür zu kämpfen. Die Aktionsplattform wird die entstandene Dynamik dazu verwenden, noch breiter und intensiver zu mobilisieren, die Vernetzung  mit anderen Studienrichtungen voranzutreiben und weitere konkrete Schritte zu planen und zu setzen.





„Wir lassen die Internationale Entwicklung (ie) nicht hängen" und fordern:

  • Fixverträge für Lehrende

> mindestens vier Fixverträge ab WS 2008/09, noch VOR der BA/MA Umstellung

  • Verbesserung der Raumsituation

> eigenes Institut und Räumlichkeiten ohne Raumraub anderer Studienrichtungen

  • Mehr Forschungsmöglichkeiten für Lehrende und Studierende

> Bibliothek, Kombination von Forschung und Lehre, Projektgelder, verbesserte Diplomarbeitsbetreuung

  • Mehr Personal im administrativen Bereich

> statt einer Person für über 2000 Studierende