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Offener Brief an Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Österreichische HochschülerInnenschaft
an der Universität Wien
Uni Campus
Spitalgasse 2, Hof 1
1090 Wien

An Herrn
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Präsidentschaftskanzlei
Hofburg, Leopoldinischer Trakt
Ballhausplatz
A-1014 Wien



Sehr geehrter Herr Bundespräsident Dr. Heinz Fischer,

In den Festsälen der Wiener Hofburg findet am kommenden Freitag, dem 25. Jänner, der 55. Wiener Korporationsball statt. Der Wiener Korporationsring (WKR) ist die Vereinigung der deutschnationalen Burschenschaften in Wien und beinhaltet unter anderen die Burschenschaft Olympia, die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestuft wird. Der antifaschistische Grundkonsens der Zweiten Republik und demokratiepolitisches Engagement an sich verlangen unserer Meinung nach ein unbedingtes Auftreten gegen die Geisteshaltungen, die in den im WKR versammelten Burschenschaften reüssieren und auf gesellschaftlichen Einfluss drängen.

Seit 1987 findet der WKR-Ball, wie zum Hohn dagegen und stolz auf der „Heimseite“ des WKRs angegeben, in der Wiener Hofburg statt.

Die Wiener Hofburg ist als Sitz der Bundespräsidentschaftskanzlei ein Gebäude, das zutiefst mit der Republik Österreich assoziiert wird. Die mit der Verwaltung der Hofburg betraute Burghauptmannschaft Österreich zählt dieses Gebäude zu den bedeutenden und einzigartigen historischen Bauwerken, die zum kulturellen Erbe Österreichs zählen bzw. bei denen eine besondere Verbundenheit zu der Republik Österreich gegeben ist.

Gerade heuer, da sich der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland zum 70. Mal jährt, halten wir die offensichtliche Selbstverständlichkeit, mit der das deutschnationale Milieu mit seinen Verflechtungen in die Neonazi-Szene an solcherart prominenter Lokalität seine zentrale Veranstaltung abfeiern kann für untragbar.

Gerade auch die Geschichte der Wiener Universitäten, erwähnt sei nur der Fall Borodajkewycz, zeigt auf, dass gegen die akademischen Burschenschaften aus demokratiepolitischen Gründen aufgetreten werden muss. Gerade Sie selbst, Herr Fischer, waren in den damaligen Kämpfen verdienstvoll involviert!

Wir, die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien, rufen Sie daher mit diesem offenen Brief auf, gegen den Wiener Korporationsring und insbesondere den Skandal, dass der WKR-Ball in der Hofburg abgehalten werden kann, Stellung zu beziehen und Schritte dagegen zu unternehmen.

In diesem Sinn mit antifaschistischen Grüßen,

Marlies Wilhelm
Fanny Rasul
Sophie Wollner

Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, Wien, am 22. Jänner 2007



DekaDance

Rechte Verbindungen wegBASSEN!!!

Party – Vokü – Infos – Disco – Cocktails – Bass – Traktor

Freitag 25.1
Ovalhalle/quartier21 im MQ
Einlass: 19:00

Seit über 50 Jahren treffen sich deutschnationale Verbindungen und ihre Kameraden jährlich einmal um den Ball des "Wiener Korporationsring" (kurz: WKR) zu feiern. Seit einigen Jahren findet diese rechte Veranstaltung sogar in der Wiener Hofburg statt.

Der WKR bezeichnet sich selbst als eine "Arbeitsgemeinschaft der national- freiheitlichen, farbentragenden Korporationen", welche derzeit unter dem Vorsitz der Burschenschaft Albia steht. Diese setzt sich laut Selbstdefinition aus "Akademikern deutscher Volkszugehörigkeit" zusammen und fühlt sich dem "deutschen Volkstum" zugehörig. Im Kreise der für deutschnationales, rassistisches, antisemitisches, homophobes und sexistisches Gedankengut bekannten Verbindungen, finden sich noch viele weitere, einschlägig bekannte, wie die in Wien aktiven Verbindungen Olympia und Germania.

Dieser Ball zählt laut Eigendefinition zu den größten rechten "Gesellschaftsereignissen" im deutschsprachigen Raum. Neben jungen Verbindungsbrüdern werden auch die "alten Herren", wie der verurteilte Holocaustleugner John Gudenus und viele korporierte FPÖ Mitglieder, wie z.B.: H.C Strache, zu den gerne gesehenen Gästen zählen. Es treffen sich dort alte und junge Rechte um gemeinsam einen vermeintlich ungestörten Abend unter Gleichgesinnten zu feiern.

Das Schweigen und die Ruhe um dieses rechte Großevent soll nun ein Ende finden. Der von vielen verschiedenen autonomen und antifaschistischen Menschen ins Leben gerufene "AK gegen den WKR", wird nicht dabei zusehen, wie Zivilgesellschaft und Politik dieses rechte Treffen tolerieren.

In diesem Sinne werden wir unserem Unmut über Burschenschaften und andere rechte Strukturen, Ausdruck verleihen. Es wird am selben Abend des WKR-Balles, in unmittelbarer Nähe zu Hofburg, ein großes linkes antifaschistisches Fest stattfinden. Wir wollen einen Raum schaffen in dem Widerstand lustvoll und praktisch werden kann.

AK gegen den WKR

Freitag 25.1
Ovalhalle/quartier21 im MQ
Einlass: 19:00

Party – Vokü – Infos – Disco – Cocktails – Bass Traktor

Rechte Verbindungen wegBASSEN!!!