Der von Minister Hahn eingesetze Wahlkommisionsvorsitzende Bernhard Varga verglich am 20. März gegenüber der ÖH Uni Wien die ÖH-Wahlen mit KlassensprecherInnenwahlen und hielt diese für nicht besonders wichtig.
"Die Wahl einer Körperschaft öffentlichen Rechts, die die gesetzliche Vertretung aller Studierenden darstellt, als unwichtig zu erklären zeugt von einem eingeschränkten Demokratieverständnis und macht Bernhard Varga für das Amt des Wahlkommisionsvorsitzenden mehr als fraglich" so Fanny Rasul, Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.
Bei einer elektronischen Stimmabgabe müsse die Gewährleistung des geheimen und persönlichen Wahlrechts, laut Varga, nicht rechtlich geschützt werden; die Studierenden sollten dies selbst tun. Eine elektionische Stimmabgabe ist alles andere als sicher. "Stimmzettel können manipuliert werden, mit der jeweiligen WählerIn wieder in Verbindung gebracht werden; die Missbrauchsmöglichkeiten sind unendlich. Die Wahlkommission muss sich um die Sicherung einer geheimen und persönlichen Wahl kümmern, anstatt die Verantwortung auf Studierende abzuschieben", so Sophie Wollner, Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.
Außerdem verglich Varga die elektronische Stimmabgabe mit dem privaten elektronischen Zahlungsverkehr. "Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich von meinem demokratischen Grundrecht Gebrauch mache, an dessen Durchführung ein öffentliches Interesse bestehen muss oder privat Bücher übers Internet bestelle", so Marlies Wilhelm, ÖH Uni Wien Vorsitzteam. "Witzeleien über Zahlungsverkehr sind insbesondere unangebracht, solange die Ungereimtheiten rund um die Vergabe des E-Voting an die Firma Scytl nicht restlos aufgeklärt sind"