Freitag 21. und Samstag 22. November 2008
Uni-Campus, Altes AKH Wien
veranstaltet von: Verein Gedenkdienst & ÖH Uni Wien
Seit den 1980er Jahren widmet sich die Geschichtswissenschaft geschlechtsspezifischen Untersuchungen der Zeit des Nationalsozialismus. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse über die Geschlechterverhältnisse werden in der Öffentlichkeit jedoch kaum präsentiert, noch weniger diskutiert. Der Verein GEDENKDIENST und die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien wollen das Gedenkjahr 2008 zum Anlass nehmen, um im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Tagung der Öffentlichkeit einen Eindruck vom aktuellen Forschungsstand zu vermitteln und den Blick für geschlechterspezifische Disparitäten in der Erinnerungskultur zu schärfen.
detaillierter Programmfolder als PDF (200kb)
In einem ersten Teil der Tagung – Geschlechterstereotype im kollektiven Gedächtnis zum Nationalsozialismus – soll ein Blick darauf geworfen werden, welche Frauenbilder im Gedenken an den Holocaust und in der Erinnerung an das NS-Regime heute etabliert sind. Dabei sollen jene Unschärfen in der kollektiven Erinnerung ausgeleuchtet werden, die sich in den Diskursen über die Geschlechter seit 1945 manifestiert haben.
Der zweite Teil – Frauenbilder in der „Volksgemeinschaft“ – widmet sich Geschlechterkonstruktionen und Geschlechterrollen in der nationalsozialistischen Ideologie. Handlungsräume, die Frauen im NS-Regime zugewiesen waren, sollen aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht werden, um ein möglichst umfassendes Bild zu vermitteln.
In einer dritten Einheit – Kontinuitäten und Brüche in den Frauenbildern nach 1945 – soll auf Konzepte von Weiblichkeit direkt im Anschluss an den Krieg eingegangen und untersucht werden, welche Kontinuitäten und Brüche im Verhältnis zu den Vorstellungen der nationalsozialistischen Zeit ausgemacht werden können. Haben die festgelegten Geschlechterkonzepte des NS-Regimes das Ende des Regimes überdauert? Inwiefern können Veränderungen festgestellt werden? Haben sich diese Veränderungen, wenn vorhanden, auf die Deutung historischer Ereignisse in den ersten Jahren nach 1945 und auf die Verankerung von Geschlechterstereotypen im kollektiven Gedächtnis ausgewirkt?
Ziel der Tagung ist es, einen Ausblick auf die aktuelle Forschung zu geben und Perspektiven für eine Erinnerungskultur aufzuzeigen, welche das Verständnis von den Geschlechterkonzepten des Nationalsozialismus entsprechend den Ergebnissen der Forschung neu bewerten.
HELGA AMESBERGER
BRIGITTE BAILER-GALANDA
RUTH BECKERMANN
GABRIELE CZARNOWSKI
JOHANNA GEHMACHER
ELIZABETH HARVEY
SIGRID JACOBEIT
SYLVIA KÖCHL
CLAUDIA KURETSIDIS-HAIDER
IRENE LEITNER
KERSTIN LERCHER
TEREZIJA STOISITS
WOLFGANG WIPPERMANN
WISSENSCHAFTLICHE BERATUNG:
Johanna Gehmacher, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien