Information über barrierefreien Zugang zur Homepage der ÖH Uni Wien     SEITENÜBERSICHT    IMPRESSUM
SCHWARZES BRETT DER ÖH

SUCHE:

POLITIK  /  Archiv  /  ÖH-Wahlen 26.- 28.5.2009  /  Bilanz: 2 Jahre ÖH Uni Wien

Zwei gut genutzte Jahre

Zwei Jahre Zusammenarbeit der Koalition auf der ÖH Uni Wien sind schnell vergangen – kein Wunder, hielt uns doch ein Projekt nach dem nächsten auf Trab; das Resümee, das die bestehende Exekutive aus Opens external link in new windowGRAS (Grüne & Alternative StudentInnen), Opens external link in new windowVSStÖ (Verband sozialistischer StudentInnen) und Opens external link in new windowKSVLiLi (Kommunistischer StudentInnenverband – Linke Liste) ziehen kann, lässt sich durchaus herzeigen. Beratung und Service waren wichtige Punkte in unserer Arbeit; trotzdem verstehen wir sie als Symptombekämpfung, da viele der Probleme, mit denen StudentInnen sich an die ÖH wenden, in einem größeren Kontext betrachtet werden müssen: Sie sind Auswirkungen von gesellschaftlichen Prozessen, die Menschen aufgrund unterschiedlichster Faktoren benachteiligen. Sei es die Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse oder regionalen Herkunft, irgendeine Form des Geschlechts, der sexuellen Orientierung – in Österreich Diskriminierung ausgesetzt zu sein, geht schneller als mensch denkt; hier zu leben ist oft nicht einfach. Daher halten wir es für ebenso wichtig, diese Prozesse zu thematisieren und aktiv gegen Diskriminierung anzukämpfen.

Die Struktur innerhalb derer dies auf der ÖH Uni Wien passiert, ist in zwölf Opens internal link in new windowArbeitsbereiche aufgegliedert, in denen sich um die 50 ständige MitarbeiterInnen engagieren. Die ÖH Uni Wien versteht sich als offener Arbeitsraum – Beteiligung von allen StudentInnen ist dezidiert erwünscht. Dazu sei gesagt: Platz für sexistisches, rassistisches oder homophobes Verhalten muss die ÖH Uni Wien deswegen aber noch lange nicht bieten.


Gegen Sexismus & Homophobie


Der ÖH Uni Wien war es also in den vergangenen zwei Jahren ein großes Anliegen, gegen Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Sexualität oder Rollenbildern anzukämpfen. Besonders wichtig ist uns hier die Hilfe zur Selbstermächtigung. So fanden im vergangen Jahr das erste mal in Wien Opens external link in new windowQueer-Feministische Tage statt: Fünf Tage Programm mit insgesamt 30 Workshops, Diskussionsverantaltungen und einem queer-fem Fest im TüWi baten einerseits Platz zur Auseinandersetzung mit dem Thema, ließen allerdings auch den lustvollen Zugang dazu nicht zu kurz kommen. Sexismus thematisierten wir auch auf unserem Fest im Wiener Badeschiff im Herbst 2008. Die Einnahmen durch die Eintrittsgelder – 2.200 Euro – unterstützen den Verein der Frauenhäuser.Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Queeropedia, ein Lexikon für Begriffe in Zusammenhang mit der queeren Bewegung, neu aufgelegt. Auch die Initiates file downloadFrauenforscherIn, eine kommentierte Sammlungaller Lehrveranstaltung zu feministischer Theorie und Genderforschung, findet zu Beginn jedes Semesters viele AbnehmerInnen. Als Abschluss der Tagung zum Thema Opens internal link in new windowStreet Haressment aus der letzten Exekutivperiode wurde außerdem noch das Buch Street Haressment – Machtprozesse und Raumproduktion präsentiert.


Bildung für Alle


Laut OECD ist die Chance für Kinder aus AkademikerInnenfamilien, einen Uniabschluss zu erreichen, neunmal so hoch wie für sogenannten ArbeiterInnenkinder. Als linke ÖH ist uns aber wichtig, dass alle Menschen Zugang zu Bildung haben. Unser Projekt Semesterstart@Aula hat daher zum Ziel, gleich zu Beginn des Semesters mit kompetenter Beratung zu allen relevanten Bereichen auf die StudentInnen zuzugehen; wir setzten diesen Anspruch in Form einer Opens internal link in new windowSemesterstartmesse um: ExpertInnen verschiedenster Organisationen berieten zu Themen wie Beihilfen, Arbeitsrecht, Studieren mit Behinderung, Studieren mit Kind, Wohnrecht et cetera direkt im Eingangsbereich des Hauptgebäudes der Uni Wien. Etliche Broschüren entstanden ebenfalls in dieser Zeit und erweitern unser ohnehin bereits bestehendes Angebot nun um Informationen für ErasmusstudentInnen, StudentInnen aus dem Ausland, Wohnrecht und Menschen mit Behinderung.

Nicht zuletzt ist die – zumindest teilweise – Abschaffung der Studiengebühren einer unserer großen Erfolge. Denn es war auch die ÖH Uni Wien, die sich an den Protesten rege beteiligte und die Teilabschaffung der Gebühren miterkämpfte. Aufgrund der FPÖ, die zwar im Parlament mitstimmte, sich aber bei einer Abschaffung für ALLE StudentInnen quergelegt hatte, zeichnet sich die neue Regelung – vorerst – durch ein großes Maß an Absurdität aus. Weiterhin werden StudentInnen mit StaatsbürgerInnenschaft außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums diskriminiert und mit einem unglaublichen Verwaltungsaufwand „BummelstudentInnen“ zur Kasse gebeten. Die ÖH Uni Wien kämpft weiter für eine bedingungslose Abschaffung der Studiengebühren!


Nie wieder Auschwitz


Über 60 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus gibt es auch an der Universität Wien immer noch Burschenschaften und Ewiggestrige, die deutschnationales und antisemitisches Gedankengut vertreten. Sie halten als Lehrende Vorlesungen oder sitzen sogar in verschiedene Leitungsgremien der Universität. Jeden Mittwoch treffen sich viele von ihnen zum so genannten Farbenbummel beim Siegfriedskopf, einem antisemitischen Gefallenendenkmal im Arkadenhof der Uni Wien. In den Augen der ÖH Uni Wien ist es Plicht, weiterhin den wöchentlichen Aufmärschen der Burschenschaften entschieden entgegen zu treten und dem Streben nach einer reaktionären und revisionistischen Gesellschaft mit konsequentem Widerstand zu begegnen.

Nach dem Grundsatz „Niemals vergessen!“ haben wir Studienfahrten in das Konzentrationslager Auschwitz und eine Ausstellung über die Situation der Inhaftierten ebendort organisiert. Besonders ergreifend war die Eröffnungsrede von Henryk Mandelbaum. Als erster Redner der wenigen Überlebenden des Auschwitz Sonderkommandos in Österreich eröffnete er vor zahlreichem Publikum in der Aula der Uni Wien die Opens internal link in new windowAusstellung. Sein Tod wenige Wochen später erfüllt uns nach wie vor mit großer Trauer; wir wollen an sein antifaschistisches Engagement anknüpfen.

Im Juni präsentieren wir die neue Broschüre Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich. Diese wurde gemeinsam mit ExpertInnen des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) und anderer Organisationen verfasst. Die ÖH Uni Wien beteiligte sich außerdem an den Demonstrationen gegen die Ballveranstaltungen des rechtsextremen Wiener Korporationsrings (WKR). Hier ist es gelungen, der HERRschenden rechtsextremen Normalität in Österreich ein unmissverständliches und konsequentes „Nie Wieder!“ entgegenzusetzen.


Gramsci, Berlin und Aktion


Während der letzten zwei Jahre konnten auch viele externe Projekte von der ÖH unterstützt werden. Drei davon seien hier erwähnt. Im Dezember 2007 fand im Volkskundemuseum Josefstadt das Antonio Gramsci Symposium statt. Den 70. Todestag des italienischen Philosophen nahmen über 100 StudentInnen und namhafte internationale GästInnen zum Anlass, ein Wochenende über die Aktualität seiner Hegemonietheorie und deren mögliche Ableitungen zu diskutieren. Aufgrund der vielen TeilnehmerInnen war es zwar etwas eng, dennoch sehr produktiv. Informationen über das Symposium gibt es auf Opens external link in new windowwww.gramsci.at.

Auf Basis einer StudentInneninitiative wurde im Mai 2008 eine Fahrt zum „1968er-Kongress“ in Berlin organisiert, an der über 200 StudentInnen teilnahmen. Der Kongress wurde sowohl zur intensiven inhaltlichen Diskussion, als auch zu einer zeitgemäßen Vernetzung studentischen Protests genutzt.

Ebenfalls im Mai 2008 fanden die Studierenden-Aktionstage statt. Beginnend mit einer Kundgebung sollten die Probleme im Bildungssystem thematisiert werden. Als positives Gegenbeispiel zur bestehenden Elfenbeinturm-Mentalität auf den Unis wurde am Universitätscampus drei Tage lang ein ganztägiges Bildungs- und Veranstaltungsangebot mit über 30 Workshops organisiert. Es zeigt sich also, dass sich durch partizipatives Arbeiten mit emanzipatorischem Anspruch in der ÖH Uni Wien einiges bewegt.


Damit die ÖH auch in Zukunft an diese Erfolge anknüpfen kann:

26.–28. Mai ÖH wählen!