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POLITIK  /  Presseaussendungen  /  2006

Presseaussendung
Donnerstag, 5. Oktober 2006
Universitäten/ÖH/Bildungspolitik/Uni Wien/Audimax

ÖH Uni Wien zur Audimax-Eröffnung

Utl.: Gegen Studiengebühren und für universitäre Demokratie!

Wien – Wir dokumentieren die Rede von Philine Kowalski aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien anlässlich der Feierlichkeiten zur Neueröffnung des Audimax an der Universität Wien:

„Das Audimax ist der größte Hörsaal der Universität Wien. Viele Studierende haben darin ihre ersten Vorlesungen gehört, ihre ersten Erfahrungen mit dem Mikrokosmos Universität gemacht. Leider jedoch sind die räumlichen Gegebenheiten dieses Ortes nicht mehr mit der politischen Linie der Universitätsführung und ihrer AuftraggeberInnen in der Bundesregierung kompatibel. Der Begriff „Massenuniversität“ wird und wurde in den letzten Jahren bewusst negativ besetzt. War bis vor einem  Jahrzehnt das hauptsächliche Ziel der Bildungspolitik, möglichst vielen Menschen, mit unterschiedlicher sozialer Herkunft eine Universitätsbildung zu ermöglichen, so wird jetzt versucht, eine Elite  (wie sie auch immer definiert wird) heranzuzüchten. Für jene, die nicht in die neoliberal-konservative Auffassung von „Elite“ passen, bleibt nur die möglichst schnelle Ausbildung für den Arbeitsmarkt, mit möglichst verschultem  und verkürztem Studienverlauf.  Zusätzlich  hierzu – als hätte diese Umorientierung nicht gereicht – sollen selbst jenen Studierenden, die offenbar nicht zu einer „Elite“ gezählt werden, möglichst viele Steine in den Weg gelegt werden. Zugangsbeschränkungen dienen nicht nur einem  absurden „Auslesevorgang“, sie sind konkrete Maßnahmen gegen jene Menschen, die sich in der bürgerlichen Ausbildungsfabrik Universität ohnehin schwer zurecht finden. Würden diese so genannten „Reformen“ in ihrer bisherigen Geschwindigkeit weiter fortgesetzt, bald wäre Hochschulbildung wieder ein Privileg für eine kleine und isolierte Minderheit, fern jeglicher gesellschaftlicher  Realität.  Meilensteine der bewussten Herabwirtschaftung des Bildungswesens waren zum  Einen die Studiengebühren, deren Folge das Aussortieren von über 40.000 Studierenden war, die sich das Studium nicht mehr leisten konnten. Zum Anderen wurden die Universitäten bewusst entdemokratisiert, sowohl in ihrer internen Struktur, wie auch durch die Schwächung der Interessensvertretungen bzw. durch den Versuch diese „mundtot“ zu machen.
Nunmehr hat diese Entwicklung – seit den vorhergehenden Versuchen sie aufzuhalten – erstmals einen möglichen Rückschlag erlitten. An die Adresse der nun handelnden AkteurInnen: Nieder mit den Studiengebühren! Halten Sie ihre Wahlversprechen ein! Re-Demokratisieren Sie die Universitäten!
Anzumerken hierzu ist im Besonderen, dass das Audimax auch schon in der Vergangenheit nicht nur als Hörsaal, sondern auch mehrmals als Protestbüro diente. Wir laden die Verantwortlichen auch gerne einmal zu Kaffee und Torte ein.“

Rückfragehinweis:
Florian Birngruber, Tel.: 01-4277.19530
Dominik Sinnreich, Tel.: 0699-81.47.50.24
Referat für Öffentlichkeitsarbeit, ÖH Uni Wien