Information über barrierefreien Zugang zur Homepage der ÖH Uni Wien     SEITENÜBERSICHT    IMPRESSUM
SCHWARZES BRETT DER ÖH

SUCHE:

POLITIK  /  Archiv  /  Tag gegen Gewalt an Frauen 2009

FrauenMädchenLesben-DEMO am 25.11.2009

dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Treffpunkt: 17.00 Praterstern (hinten beim Würstel-Prater)
Demobeginn: 18.00 Uhr
Anschließend: Fest in der FZ Bar (Währingerstraße Ecke Prechtlgasse)

GEMEINSAM KÄMPFEN WIR FÜR EIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN!

- Weil Frauen noch immer unzumutbaren Mehrbelastungen ausgesetzt sind und ihre Arbeit  unsichtbar bleibt!
 - Weil Frauen für dieselbe Arbeit ein Drittel weniger verdienen und die Einkommensschere in Krisenzeiten noch größer wird!
 - Weil Frauen durch wirkungsvolle Männerseilschaften Mitbestimmung verwehrt wird!
 - Weil Frauen ihr Leben lang mit sexistischen Verbalattacken und Witzen konfrontiert sind, und diese Nötigungen dauernd heruntergespielt werden!
 - Weil Frauen von sexualisierten Übergriffen betroffen sind!
- Weil Frauen besonders schwerwiegend von anderen gesellschaftlichen Ungleichheiten betroffen sind (etwa wenn sie Migrantinnen sind)!
 - Weil Frauen gesagt wird, wen sie lieben dürfen und wen nicht!
- Weil Frauen das Recht auf Abtreibung in Frage gestellt wird!
- Weil Frauen vorgeschrieben wird wie sie sein dürfen!
- Weil Frauen von Männern verprügelt, vergewaltigt und ermordet werden!

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter.
Wir sind widerständig und setzen uns mit all unserer Wut dagegen zur Wehr. Kommt hin und solidarisiert euch: Gemeinsam sind wir viele!

Treffpunkt Praterstern

Als Treffpunkt für die diesjährige Demonstration am 25. November - dem   internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen - wurde der Praterstern   gewählt. In dieser Gegend kommt es besonders häufig zu sexualisierten   Übergriffen und Vergewaltigungen.

Wir treffen uns dort, um gemeinsam Widerstand gegen Gewalt an Frauen   zu demonstrieren. Gemeinsam wollen wir durch die Präsenz von vielen   starken Frauen einen Raum zurückerobern, der uns genommen wurde. Die   Wahl des Ortes ist symbolisch. Denn eigentlich müssten wir dazu in die   Wohn- und Schlafzimmer gehen, denn Vergewaltigungen passieren nur zu   einem geringen Teil im Park oder am Rande eines dunklen Weges. In den   meisten Fällen kennen die Betroffenen die Täter. Es ist nur leider   unmöglich, eine Demo durch tausende Wohnungen zu machen...

Stündlich wird in Österreich eine Frau vergewaltigt 2/3 aller vergewaltigten Frauen kennen die Täter 60% der Vergewaltigungen finden in ihrer oder seiner Wohnung statt 82% der Vergewaltigungen wurden von den Tätern geplant 30-40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet, die Täter sind   mehrheitlich (Ex) Lebenspartner.

Vergewaltigung und Mord sind kein vereinzelter ?Schicksalsschlag?,   sondern tief verwurzelt in der gesellschaftlich patriachalen Ordnung.   In den Rollen, in die Frauen gezwungen werden, steckt bereits Gewalt,   der Frauen alltäglich und allnächtlich ausgesetzt sind.

Sexualisierte Gewalt beginnt dort, wo die Grenzen einer Frau/Lesbe   überschritten werden, sei es von Unbekannten auf der Straße, in   Lokalen oder in Beziehungen und Freundschaften.

Sexismus ist die Normierung von Frauen und Frauenkörper durch soziale,   medizinische und wissenschaftliche Festschreibungen von   (patriarchaler) Weiblichkeit. Mit Verhaltens- und Schönheitsnormen,   Diäten, ?Schönheits?- operationen, Geschlechtsoperationen und   Reproduktionstechnologien wird die patriarchale Vorstellung von   Weiblichkeit hergestellt.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Millionen von Frauen weltweit erfahren mindestens einmal in ihrem   Leben physische, psychische oder sexualisierte Gewalt durch Männer.   Obwohl es in den meisten Gewaltverhältnissen eine ganz konkret   betroffene Frau gibt, richtet sich diese Gewalt nicht gegen sie   alleine. Vielmehr dient Gewalt gegen Frauen zur Aufrechterhaltung und   Absicherung der patriachalen Herrschaft. In dieser sind Frauen täglich   struktureller Gewalt ausgesetzt. Auf dem Rücken der Frauen soll der   gesellschaftliche Reichtum vermehrt werden. Dazu dienen Strukturen, in   denen Frauen gratis oder unterbezahlt arbeiten.

Außerdem sind Frauen von spezifischen Gewaltverhältnissen in ihrer   alltäglichen Lebensrealität betroffen - zum Beispiel:

Migrantinnen und Illegalisierte, denen das Asylrecht erschwert und ein   vom Mann unabhängiges Bleiberecht verwehrt wird.

Sexarbeiterinnen, die als sittenwidrig entrechtet und kriminalisiert   werden und oft den Frauenhaß als ?Abschaum der Frauen? zu spüren   bekommen.

Alleinerzieherinnen, die die alleinige Verantwortung für die Kinder   tragen müssen und in Armut gedrängt werden. Gleichzeitig versucht die   VäterRECHTSbewegung (im Namen des ?Kindeswohl?) Frauen (wieder) mit   rechtlichen Mitteln zu kontrollieren und an einen (Ehe-)Mann zu binden.

Das Leben und die Liebe von Lesben wird im ?normalen Alltag?   ausgeschlossen und diskriminiert. Gleichzeitig werden   Frauen-liebende-Frauen als ?männerhassende Feindbilder? oder für   sexuelle Männerphantasien benützt.

Gemeinsam sind wir stark

Widerstand gegen Gewalt und Unterdrückung leisten alle Frauen, die sich mit der momentanen Situation nicht abfinden. Tagtäglich bringen wir die Kraft und den Mut auf, uns gegen die herrschenden Verhältnisse zur Wehr zu setzen. Einige von uns kämpfen alleine, andere organisieren sich mit ihren Freundinnen oder Mitstreiterinnen. Letztendlich ist es ein gemeinsamer Kampf mit vielen Facetten für ein freies und wildes Leben.