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Corona-Hilfspaket für Studierende

Corona-Hilfspaket

Gestern hat die ÖH Uni Wien beschlossen, dass 250.000 Euro an Rücklagen liquidiert werden sollen, um Student_innen, die von der Coronakrise besonders stark betroffen sind, finanziell zu stützen. Ein großer Teil des Geldes soll zur Aufstockung des Sozialtopfbudgets verwendet werden. Der Sozialtopf soll Studierenden in prekären finanziellen Notlagen helfen. Seit der Uni-Schließung haben uns über 3.000 Anträge erreicht. Diese Zahl zeigt uns, wie sehr auch Studierende von den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus betroffen sind. Wir übernehmen damit den Job der Regierung, die gerade untätig zusieht, wie die Lebensgrundlage von mehr als 90.000 Student_innen zerstört werden.

Für uns ist klar, dass die finanzielle Unterstützung bzw. Entlastung der Student_innen vor allem die Aufgabe der Regierung und der Universität ist. Unsere Forderungen sind einerseits ein Erlass bzw. die Rückerstattung der Studiengebühren für zwei Semester, um die finanzielle Belastung zu verringern, und andererseits ein zusätzliches Toleranzsemester für alle, um den Studienverlauf und Beihilfen nicht zu gefährden.
Auch wenn die Auswertung der ÖH Uni Wien noch nicht abgeschlossen ist, zeigt alleine der große Andrang beim Sozialtopf, dass viele Student_innen sich unter den über 100.000 Gekündigten in Österreich befinden und es vermutlich mit dem Andauern der Coronakrise immer mehr werden dürften. Desweiteren unterstützen wir auch die Initiative der ÖH Bundesvertretung, die eine Kurzarbeitsregelung für geringfügig Beschäftige fordert, um die Existenzen von vielen Student_innen zu sichern. Mittelfristig müssen sich aber der Staat und die Uni Wien ihrer Verantwortung stellen.
Hier gibt es mehr Infos zur Bunes-ÖH Kampagne #flattenthefees: https://www.oeh.ac.at/news/flattenthefees-unsere-forderungen-zur-entlastung-der-studierenden
 
Die freigemachten Mittel der ÖH Uni Wien fließen aber nicht ausschließlich in den Sozialtopf: Initiativen und Kampagnen sollen auch Teil des Hilfspakets werden. Sich für Student_innen einzusetzen, heißt jetzt auch, Hilfe da einzufordern, wo sie geleistet werden sollte. Es kann nicht sein, dass die großen Betriebe mit finanziellen Care-Paketen umsorgt werden, während prekäre Gruppen wie Student_innen, Kulturschaffende und Arbeitslose leer ausgehen. Auch wenn Ausgangsbeschränkungen ein Mittel zur Eindämmung des Virus sein mögen, so sind sie als priorisierte staatliche Maßnahme nur ein Fortführen der autoritären Politik von Türkis-Grün. Die ÖH Uni Wien fordert zusätzlich ein Aussetzen der Mieten, das Auflösen aller Flüchtlingslager, fairen Lohn statt Applaus, eine Abkehr von profitorientierten Gesundheitssystemen und finanzielle Unterstützung für Frauen*häuser.
 
Die Förderrichtlinien für Projekte und Initiativen findet ihr hier: https://www.oeh.univie.ac.at/covid-19-projekttopf-der-oeh-uni-wien