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Küssende Frauen* an der Universität Wien von Security-Mitarbeiterin vertrieben

regenbogenfahne

ÖH Uni Wien ruft zu "Küssen gegen Homofeindlichkeit" auf

Am Mittwoch Mittag wurden zwei Frauen*, die sich im Eingangsbereich des Universitätsgebäudes küssten, von einer Security-Mitarbeiterin aufgefordert, dies zu unterlassen. "Der Kuss war nebensächlich. Wir haben vor allem miteinander geredet", schildert eine der beiden Studierenden die Situation. Begründet wurde der Verweis damit, dass sie sich in einem öffentlichen Raum befänden, dass "es ja nicht sexy ausschaut" und die Portiere "das auch nicht mehr sehen wollen". Diese Kommentare sind an Widerlichkeit kaum zu überbieten, unterstellen sie doch, dass Frauen* sich nur küssen dürften, wenn sich andere dadurch sexuell angezogen fühlen.

Die ÖH Uni Wien hat in den vergangenen Wochen, insbesondere im Rahmen der aktuellen Kampagne "Was ist das für 1 Uni-Life?", auf alltägliche und strukturelle Diskriminierungsformen im Hochschulsystem hingewiesen. "Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität passiert nicht nur im Café Prückel oder an der Universität Wien", erklärt das Vorsitzteam. 2015 wurde die Studie „Queer in Wien – Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen und Intersexuellen (LGBTIs)“ präsentiert. Diese besagt, dass 79 Prozent der Befragten im öffentlichen Raum beschimpft wurden. Ein Viertel davon war sexualisierten Übergriffen oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt, 20 Prozent wurden körperlich attackiert.

In einer ersten Stellungnahme auf Twitter spielt die Uni Wien den Vorfall runter, indem sie auf die Regenbogenfahne am Hauptgebäude hinweist. "Der konkrete Fall zeigt, dass es noch großen Handlungsbedarf gibt. Zwar ist es ein gutes Zeichen, dass die Uni Wien die Regenbogenfahne hisst, jedoch beendet eine einzelne symbolische Geste im Jahr die Feindlichkeit gegenüber LGBTQIA-Personen noch lange nicht!", kritisiert das Vorsitzteam. Die ÖH Uni Wien fordert als erste Maßnahme von der Uni Wien Sensibilisierungsschulen für das Sicherheitspersonal und eine klare öffentliche Stellungnahme.

Die ÖH Uni Wien lädt alle Interessierten zu "Küssen gegen Homofeindlichkeit" am Mittwoch den 22. Juni um 12 Uhr vorm Hauptgebäude der Universität Wien ein. Homofeindlichkeit bekämpfen immer und überall!