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Statement der ÖH Uni Wien zu den Protesten der Studierenden aus Drittstaaten

Protest Studierende aus Drittstaaten

Am Mittwoch den 13.09., versammelte sich eine Gruppe von Studierenden aus Drittstaaten sowie  solidarische Studierende - darunter auch die ÖH Uni Wien - vor dem Gebäude der MA35 in der Dresdner Straße 93. Sie protestierten für die Anerkennung ihrer bereits abgelegten ÖSD-Sprachdiplome. Davon ist die Zulassung zu einem ordentlichen Studium und der Aufenthalt in Österreich abhängig.

Die geforderten Deutschnachweise für die Zulassung zu einem ordentlichen Studium an der Universität Wien haben sich mit Ende Juli 2017, aufgrund eines VwGH Erkenntnisses -  drei Monate vorher - geändert. Bisher wurde das ÖSD B2 Zertifikat für einen Studienerfolgsnachweis im Vorstudienlehrgang (VWU) akzeptiert. Inzwischen gilt ausschließlich die Ergänzungsprüfung Deutsch (EPD) als gültiger Deutschnachweis.

Ivana Krezevic, eine betroffene Studentin, ist fassungslos: “Wir haben bereits die Deutschprüfung bestanden - bisher wurde sie immer akzeptiert. Wir investierten unsere Zeit, Geld und Nerven in die Prüfung und nun soll sie plötzlich nicht mehr gültig sein?” Der Protest dauerte etwas mehr als zwei Stunden und endete mit einer symbolischen  Kette der Studierenden um den dringend notwendigen Zusammenhalt zwischen Drittstaatenstudierenden und ihren Kommiliton_innen zu zeigen. Ivana Krezevic gibt sich auch weiterhin kämpferisch: “Heute ist unser erster Protesttag. Am Freitag werden wir weiter demonstrieren, solange bis uns eine Lösung angeboten wird”.

Weder Studierende, noch ihre Organisationen wurden zeitgemäß und inhaltlich informiert. Alternativen, oder zumindest eine Übergangslösung wie ein Toleranzsemester, werden nicht angeboten. Dies hat verheerende Folgen für betroffene Studierende: Bestehen Sie nicht auf Anhieb, bekommen sie keine Zulassung zum Studium, verlieren ihren Aufenthaltsstatus als „Studierende“ und sind verpflichtet, in ihr Heimatland zurückzukehren und ihr Studium abzubrechen.

Ausländische Studierende sind ohnehin mit zahlreichen Hürden und bürokratischen Auflagen konfrontiert, um eine Zulassung an der Universität Wien erwirken zu können.  So kommen zum Beispiel ab Sommersemester 2018 auf einen Großteil drittstaatsangehöriger Studierender eine Verdoppelung der Studiengebühren zu.

Für uns als ÖH Uni Wien ist das nicht tragbar: “Das Recht auf Bildung muss unabhängig von Herkunft gelten. Dazu gehört selbstverständlich ein freier und offener Hochschulzugang, ohne zusätzliche Hürden. Deswegen haben wir die Studierenden aus Drittstaaten, die sich in großer Zahl organisiert haben, in ihrem Tun unterstützt. Jedoch fruchtete keiner der Versuche: Weder unsere Gespräche mit den Zuständigen, noch die Petition oder der offenen Brief der Studierenden selbst führte zu Entgegenkommen bei den verantwortlichen Stellen”, so das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien (Lena Köhler (GRAS), Sandra Velebit (VSSTÖ) und Frederike Schuh (KSV-LiLi).

Wir als ÖH Uni Wien rufen dazu auf, sich mit den Studierenden aus Drittstaaten solidarisch zu zeigen und mit ihnen gemeinsam das Recht auf freien Zugang zu Bildung und Chancengleichheit zu verteidigen.