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Kritische Einführungstage 2018

Du bist neu an der Uni, würdest gerne Leute kennenlernen? Oder hast du wenig Lust auf den normalen Wissenschaftsbetrieb der Uni und willst dich mit kritischen Inhalten auseinandersetzen? Die Österreichische Höchschüler_innenschaft (ÖH) Uni Wien veranstaltet zu Beginn des Wintersemesters 2018 wieder kritische Einführungstage an der Uni Wien. Es gibt Vorträge, Workshops, Uni-Rundgänge, Diskussionen und Filmvorführungen, die dir die Möglichkeit bieten, dich an der Uni zu orientieren. Wir wollen dir eine Plattform bieten, um deinen kritischen Blick auf Gesellschaft, die Universität und ihre Lehrinhalte zu schärfen. Wir informieren dich über die Hintergründe und Zusammenhänge im universitären Kontext, wollen Missstände aufzuzeigen und gemeinsam solidarisch Handeln. Du kannst Kontakte mit Kolleg_innen knüpfen, die Gesellschaft und Wissenschaftssystem ebenso kritisch beäugen wie du. Denn gemeinsam lassen sich auch eine rechts-rechtsextreme Regierung und leistungsorientiertes Wissenschaftssystem besser bestehen!   

Programm 2018                     

(Veranstaltungen werden laufend ergänzt):

8.10., 17 Uhr: Sozialrecht: Förderungen, Beihilfen und Gebühren

Workshop zu Sozialrecht im Studium

Studieren kostet Geld: Lebensunterhalt und Studiengebühr müssen erst einmal finanziert werden, damit ein erfolgreiches Studium möglich wird. Doch welche Förderungen können dir dabei helfen? Welche Ansprüche stehen dir gesetzlich zu und wie forderst du diese ein? Dieser Workshop beschäftigt sich mit Ansprüchen auf Familienbeihilfe, Studienbeihilfe und begünstigte Krankenversicherung und beantwortet Fragen zur Studiengebühr.

Gerald Krainz hat Soziologie und Publizistik studiert und ist langjähriger Mitarbeiter im Sozialreferat der ÖH Uni Wien.

 

9.10., 19 Uhr: Weltweit unterrichten! Infoabend Sprachassistenz

Hörsaal A, Uni Campus, Hof 2

Die ÖH Uni Wien veranstaltet einen Informationsabend zum
Sprachassistenzprogramm des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, welches sich vorwiegend, jedoch nicht ausschließlich, an Lehramtsstudierende richtet, die Unterrichtserfahrung im Ausland sammeln möchten. Im Rahmen dieses Programmes bekommen die Studierenden die Möglichkeit, unter Bezahlung 10 bis 15 Stunden pro Woche in einem Partnerland im Deutschunterricht als "native speaker" zusammen mit den verantwortlichen DeutschlehrerInnen zu arbeiten. Es wird eine Präsentation von Mag.a Ulla Riesenecker und zusätzlich genügend Raum und Zeit für das Stellen von Fragen geben.

10.10., 17 Uhr: Klimagerechtigkeit: Film Beyond the Red Line & Workshop (15 Uhr)

Filmvorführung mit vorhergehendem Workshop des Klimacamp Österreich zu Klimagerechtigkeit
15:00 Workshop - Hörsaal 13, Oscar Morgenstern Platz
17:30 Filmstart - Hörsaal 5, Oscar Morgenstern Platz
Anwesenheit beim Workshop ist für den Film nicht erforderlich
Organisiert vom Alternativrefereat der ÖH Uni Wien.

// FILM //
Beyond the red lines - Systemwandel statt Klimawandel
Ein Film des Medienkollektivs cine rebelde

Ob im rheinischen Braunkohlegebiet, am Hafen von Amsterdam oder auf den Straßen von Paris während des Weltklimagipfels, die Kämpfe für Klimagerechtigkeit werden an immer mehr Fronten geführt. Beyond the red lines (Jenseits der roten Linien) ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die „Es reicht! Ende Gelände!“ sagt, zivilen Ungehorsam leistet und die Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft selber in die Hand nimmt.

90 Minuten Original mehrsprachig mit deutschen Untertiteln

Trailer: http://www.beyondtheredlines.org

// WORKSHOP //
Gemeinsam schauen wir uns die Geschichte und Bedeutung der Klimacamps – auch “Herzstück der Klimagerechtigkeit” genannt - an: Sie sind ein Raum zum Vernetzen, Weiterbilden, Planen, Träumen, Aktionen Durchführen und Utopien Leben. In Österreich gibt es Klimacamps seit 3 Jahren. Mit den Erfahrungen der letzten Jahre wollen wir das Klimacamp 2019 auf das nächste Level heben und auch seine Organisation neu strukturieren. Wie das aussieht und wie man sich beteiligen kann, erfahrt ihr hier.
In diesem partizipativen Workshop werden wir die Strukturen und Prozesse des Organisationsteams, welche stark an der themenzentrierten Intervention (TZI) orientiert sind, ausprobieren. Die Arbeitsgruppen (von Programmgestaltung bis Müllentsorgung) werden vorgestellt und die Teilnehmer*innen können Klimacamp-Luft in die Arbeit des Organisationsteams reinschnuppern. Wer Lust bekommt, sich längerfristig an der Organisation zu beteiligen, und so das Camp mitzugestalten, viele neue Leute kennen zu lernen, und Erfahrungen in Projektorganisation zu sammeln, erfährt hier auch wie das geht.

 

11.10., 19 Uhr: Wohnrechtsvortrag: Infos und Tipps rund um's Wesentlichste

"Wohnung gesucht...?"
Kostenloser Vortrag von Wohnrechtsexpert_in Thomas Kanicki/Mobile Mieterhilfe
Hörsaal U18, Juridicum, Kellergeschoss 1 (Schottenbastei 10-16, 1010)

Die ÖH Uni Wien veranstaltet am 11.10.2018 in Kooperation mit der mobilen Mieterhilfe einen Wohnvortrag. Behandelt werden allgemeine Fragen zu studentischen Wohnformen wie Mitmiete/Untermiete sowie grundlegendes zum Mietrecht, aber auch Konkreteres wie:
- Tipps für die Anmietung
- Umgang mit Makler_innen
- Abschluss eines Mietvertrages
- Mietzinsobergrenzen (Mietzins überprüfen, und herabsetzen)

 

12.10., 12-22 Uhr: ÖH Semester Welcoming - Infos & Party

Hof 2, Uni Campus, Outdoor - bei Schlechtwetter abgesagt!

Wir wollen mit euch den Semesterstart einläuten!
Wenn das Wetter mitspielt gibt es im Hof 2 am Camus Musik und Drinks, ihr könnt Leute kennen lernen, euch umfassend zu Studium, Beihilfen usw. beraten lassen oder das neue Mensa- oder das Kopierpickerl bekommen!
Dazu wird es Infostände von spannenden, linken politischen Initiativen geben.

 

12.10., 15 Uhr: Rechte und Pflichten im Studium - "Was hat das mit mir zu tun?"

Neu im Studium kann die Uni oftmals überfordern. Nachdem du dich für ein Studium entschieden hast, musst du erst durch eine Online Anmeldung, diverse „Eignungs- und Aufnahmetests“ und – endlich zugelassen – durch die „Studieneingangs- und Orientierungsphase“ (STEOP). Als Studienanfänger_in stellen sich schon hier einige Fragen:

„Wie oft darf ich eine Prüfung wiederholen?“
„Meine Lehrveranstaltungen von einer anderen Uni sind nicht anerkannt worden, kann ich dagegen etwas machen?“
„Wohin kann ich mich wenden, wenn ich denke, ich wurde falsch benotet?“
„Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer VO und einem PS im Vorlesungsverzeichnis?“

Neben den Pflichten als Student_in wie zum Beispiel die Einzahlung des ÖH-/Studienbeitrags jedes Semester oder die Anwesenheitspflicht bei manchen Lehrveranstaltungen hast du auch Rechte. Über deine Rechte solltest du Bescheid wissen und dieser Workshop dient dazu, dir einen Einblick in diese zu geben. Weiters wird Platz für allerlei andere Fragen rund um die Studienorganisation sein und was die ÖH eigentlich genau ist, wird ebenso beantwortet.

 

15.10., 14 Uhr: Ist Demonstrieren verboten? Rechtsinfos für Studierende

Besprechungszimmer der ÖH Uni Wien, Hof 2, Uni Campus

Oft hört man, dass es auf Demonstrationen zu Festnahmen durch die Polizei gekommen ist. Deswegen muss man sich von Demonstrationen nicht abschrecken lassen, es ist aber wichtig, zu wissen, was die eigenen Rechte sind, und was die Polizei auf Demonstrationen darf.

In diesem Workshop soll es um Repression gegen politische Aktivist_innen gehen. Was darf die Polizei bei Demonstrationen? Wann darf sie Ausweise verlangen, Rucksäcke durchsuchen, filmen verbieten, etc.? Wir wollen euch rechtliche Basic-Infos zu diesen Themen vermitteln und politische Strategien zum Umgang mit Repression besprechen.

16.10., 14 Uhr: Rundgang Frauen*Geschichte der Uni Wien

Frauen* und Männer haben die Menschheitsgeschichte geprägt. Mindestens die Hälfte der sichtbaren Geschichte wurde von Frauen* durch ihre Arbeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Kreativität geschrieben.
Aber kaum etwas erinnert an sie. Kaum Informationen über Frauen* in den Geschichtsbüchern, selten Erinnerungen an Frauen* im Stadtbild, wenige Gedenktafeln und noch weniger Denkmäler.
Trotzdem und deshalb - Die Gebäude, in denen sie gelebt und gewirkt haben, stehen noch. Der Blick muss geschärft, die Sichtweise verändert werden, um die historischen Leistungen von Frauen* sichtbar zu machen. Frauen* als aktiv gestaltende Persönlichkeiten im historischen Prozess wahrzunehmen, bedeutet auch, sie aus der passiven Opferdarstellung heraus zu nehmen.
Frauen* haben Geschichte nicht erlitten, sondern gestaltet - mit oder gegen die zugeschriebenen Rollen der Gesellschaft, widerständig oder angepasst.
Das wird ermutigend und stärkend in dieser Stadtführung vermittelt.

Spaziergang geführt von Petra Unger
am 16.10.18., von 14:00- ca. 16:30
Ort: Universität Wien und Ringstraße.
Treffpunkt: Foyer der Universität Wien, gegenüber der Portiersloge (Universitätsring 1, 1010 Wien).

 

17.10., 17 Uhr: Antirassismus im rassistischen Normalzustand

Workshop mit Fanny Rasul
Besprechungszimmer der ÖH Uni Wien, Uni Campus, Hof 2

Geht es um Rassismus bleibt es selten beim gesprochenen Wort allein und noch weniger betreffen deren Auswirkungen nur die vermeintlich „Anderen“. Social Media Bewegungen wie #metwo haben verdeutlich, dass Rassismus ein immanenter Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft und nicht nur ein Phänomen „am Rand“ darstellt. Aber was tun im rassistischen Normalzustand? Wie kann man sich wehren bzw. Betroffene unterstützen?

Fanny Rasul ist in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Ihre Schwerpunkte sind Antirassismus, Rechtsextremismus, Organisations- und Strategieentwicklung.

17.10., 17 Uhr: Rechtsextremismus an der Uni Wien

Vortrag mit mit Bernhard Weidinger (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands)
Hörsaal B, Hof 2, Uni Campus

Der Vortrag "Rechtsextremismus an der Universität Wien" beschäftigt sich mit wichtigen Akteuren, Ereignissen und Entwicklungen rund um die extreme Rechte an der Universität - vom Antisemitismus der Verbindungsstudenten des 19. Jahrhunderts über die Hochschule als Nährboden (proto-)nationalsozialistischer Ideologie bis hin zu rechtsextremen Aktivitäten an der Uni zwischen 1945 und heute.

 

18.10., 18:30: Feministische (Sozial-)Psychologien (organisiert von der KRIPS - Basisgruppe der kritischen Psychologie-Studierenden)

Hörsaal A, Neues Institutsgebäude NIG, 6. Stock

In diesem Vortrag werden Perspektiven und Themenfelder der Sozialpsychologie -insbesondere der feministischen und queeren Psychologien- vorgestellt und diese in einem historischen Kontext verortet.
Nach dem Vortrag wird der Raum geöffnet und es besteht die Möglichkeit zu diskutieren.

Nora Ruck ist Assistenzprofessorin für Psychologie an der Fakultät für Psychologie der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien und erforscht Verbindungen zwischen Psychologie und gesellschaftlichen Ungleichheiten sowie sozialen Bewegungen.

24.10., 19 Uhr: Berlin Rebel High School (organisiert vom Aktionskollektiv Freie Bildung)

Hörsal B, Hof 2, Uni Campus

Keine Prüfungen, kein Leistungsdruck, keine Hierarchie - BERLIN REBEL HIGH SCHOOL ist ein Dokumentarfilm über ein einzigartiges Schulprojekt. Die Schülerinnen und Schüler in einer alten Fabriketage in Berlin vereint vor allem eins: Sie kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten und sind mehrfache Schulabbrecher*innen. Fasziniert von einer Schule ohne Mobbing und Diskriminierung beschließen sie, ihrem Leben eine Wende zu geben.
Während ganz Deutschland über frustrierte Eltern und erschöpfte Lehrer lamentiert, macht dieser Film Hoffnung. In der SFE, der Schule für Erwachsenenbildung in Berlin, haben die Schülerinnen und Schüler ein ausgeprägtes Mitbestimmungsrecht: Sie bezahlen ihre Lehrer*innen aus eigener Tasche und entscheiden über die Lerninhalte basisdemokratisch. Dieses Konzept motiviert selbst den unerbittlichsten Faulenzer - vorausgesetzt er hat sich für diesen Weg entschieden.
Durch die teils schockierenden Biografien der Schüler*innen zeigt der Film aber auch schonungslos die Schwachstellen unseres Bildungssystems auf: von veralteten und überfrachteten Lehrplänen bis zu maßlosem Leistungsdruck und Lehrer*innen mit Burnout, die den Schulalltag nur noch mit Mühe stemmen. BERLIN REBEL HIGH SCHOOL begleitet fünf Schüler*innen auf ihrem schwierigen Weg aus ihrem unsteten, von Schicksalsschlägen geprägtem Leben zurück auf die Schulbank: Die Punkerin Lena mit ihrem Hund Odir, Hanil mit Drogenproblemen, der anti-autoritär eingestellte Alex und die als Problemschüler*innen abgestempelten Mimi und Florian. Allesamt haben aufgrund von äußeren Merkmalen oder unvermeidlichen Wendungen in ihrem Leben Ablehnung und Ausgrenzung in der Schule erfahren. Klaus, Lehrer und Mitbegründer des alternativen Projektes, ist die gute Seele der BERLIN REBEL HIGH SCHOOL. Als fast siebzigjähriger Lehrer ist er immer noch hochmotiviert und dazu im Stande, seine Schüler*innen zu begeistern. Eine Alt-68er-Lehrer*innenschaft trifft auf die Drop-Outs der Gegenwart - das zündet! Es klingt wie eine schräge Utopie; doch schon seit vierzig Jahren ist der Traum Realität.

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